Dörfer in der Comunidad Valenciana: Barock, Meer und authentisches Leben
Zwischen Mittelmeer, Inlandgebirge und landwirtschaftlichen Hochebenen bietet die Comunidad Valenciana ein Mosaik von Dörfern mit ausgeprägtem Charakter – weit entfernt vom Bild der „zugebauten Costa del Sol“, das man manchmal mit Spanien verbindet.
Hier findet man:
- befestigte, hochgelegene Städtchen, Schätze des Mittelalters
- barocke Orte, geprägt von Gegenreformation und spanischem Goldenen Zeitalter
- Fischerdörfer mit weißen Fassaden, die dem Meer zugewandt sind
- ländliche Gemeinden, in denen die Landwirtschaft das Alltagsleben noch immer prägt
Der rote Faden? Eine starke lokale Identität, eine großzügige Gastronomie und ein stets präsenter Bezug zum Meer oder zum Gebirge.
Xàtiva, Bocairent, Morella: starkes Erbe, qualifizierte Touristen
Diese drei Dörfer (oder Kleinstädte) verkörpern perfekt das kulturelle und touristische Potenzial des valencianischen Hinterlandes.
- Xàtiva (Provinz Valencia): Von einer beeindruckenden Doppelfestung überragt, ist die Stadt bekannt für ihr barockes Erbe, ihre steilen Gassen und ihre Geschichte, die mit der mächtigen Familie Borgia verknüpft ist. Auf dem Markt findet man dort überwiegend große Dorfhäuser in Xàtiva oder weitläufige Anwesen zum Renovieren, mit großzügigen mittleren Wohnflächen um 250 m².
- Bocairent (Valencia): an Felsabhängen hängende Häuser, Höhlenwohnungen, eine labyrinthartige Altstadt und Landschaften der Sierra de Mariola, die bei Wanderern sehr beliebt sind. Die angebotenen Objekte sind häufig große charaktervolle Gebäude, die sich für Empfangsprojekte (Gästehaus, Bed & Breakfast) oder für großzügige Familienwohnsitze eignen.
- Morella (Castellón): mittelalterliche Zitadelle, von Stadtmauern umgeben, gilt als eines der schönsten Dörfer Spaniens. Märchenhafte Atmosphäre im Winter, große Belebung während der traditionellen Feste.
Diese Ziele ziehen einen „qualifizierteren“ Tourismus an als reine Badeaufenthalte:
- Reisende mit Sinn für Kulturerbe und Kultur
- Liebhaber von Gastronomie, lokalen Produkten und regionalen Weinen
- Wanderer, Radfahrer und Fotografen auf der Suche nach spektakulären Kulissen
Für Käufer bedeutet das:
- eine geschützte Umgebung mit lokalen Politiken, die oft dem Kulturerbe besondere Aufmerksamkeit schenken
- eine weniger massenhafte, aber stabilere und zahlungskräftigere touristische Nachfrage
- ein Potenzial für gezielte Ferienvermietung (Themenaufenthalte, Familienaufenthalte, langfristiges Remote-Working)
In diesen Dörfern im Hinterland bleibt das Käuferprofil vielfältig: europäische Paare auf der Suche nach einem authentischen Pied-à-terre, Familien, die ein Ferienhaus abseits der Massen suchen, oder Betreiber von Nischentourismusprojekten, die auf Charme und Fläche setzen statt auf die unmittelbare Nähe zum Strand.
Küsten von Castellón und Alicante: aufgewertete historische Dörfer
An der Küste ist es einigen Gemeinden gelungen, ihr historisches Zentrum aufzuwerten, ohne ihre Identität der Immobilienspekulation zu opfern.
- Peñíscola (Castellón): Dorf, dominiert von einer Tempelritterburg mit Blick auf das Meer, weiße Gassen, Stadtmauern, aktiver Fischereihafen. Sehr touristisch, aber das historische Zentrum bewahrt einen unbestreitbaren Charme. Die dort angebotenen Objekte weisen mittlere Flächen von rund 110 m² auf für Wohnungen oder Häuser in Meeresnähe in Peñíscola.
- Altea (Alicante): weiß gekalkte Häuser, ikonische blaue Kuppel, Künstlergassen mit Blick über das Mittelmeer. Bohème‑chic‑Atmosphäre, geschätzt von Kreativen und Remote‑Arbeitenden, mit einem höherwertigen Immobilienmarkt, auf dem die Nachfrage oft auf großen Villen oder Prestigehäusern von etwa 300 m² liegt.
- Immobilien in Villajoyosa/La Vila Joiosa (Alicante): bunte Fassaden direkt am Meer, Schokoladentradition, angenehmer Stadtstrand, Altstadt, die noch von Einheimischen bewohnt wird. Die Flächen bleiben komfortabel (nahe 160 m² im Median), was aktive Rentner und Familien anspricht, die einen Haupt- oder Teilhauptwohnsitz suchen.
Diese historischen Küstendörfer bieten oft eine doppelte Erscheinung:
- eine belebte Uferzone, praktisch für Geschäfte und Dienstleistungen
- ein ruhigeres historisches Zentrum, ideal für ein authentisches Alltagsleben oder eine charaktervolle Zweitwohnung
Für ein Immobilienprojekt stellen sie einen interessanten Kompromiss dar zwischen Dorfleben und einfachem Zugang zu Strand, Restaurants und Verkehrsmitteln.
Die Datenbank von Green Acres zeigt außerdem, dass sich die ausländische Nachfrage stark auf die Provinz Alicante konzentriert, wo französische, niederländische und deutsche Käufer zu den aktivsten gehören, mit mittleren Budgets um 295.000 € für Flächen von etwa 120 m².
In der Provinz Castellón ist das Profil etwas zugänglicher, mit einem Median von rund 140.000 € für kompaktere Wohnungen, was Projekte für Zweitwohnsitze mit einem moderateren Einstiegsticket ermöglicht.
Residenztourismus und lokale Aufwertung
Die Comunidad Valenciana hat an ihren Küsten einen starken Bauboom erlebt, aber viele Dörfer im Hinterland und einige historische Zentren an der Küste setzen nun auf einen anderen Weg: Renovierung, hochwertigen Residenztourismus und städtebauliche Aufwertung.
Ruraler Markt im Aufschwung: Wohnraumsanierung, Slow Tourism
Im Hinterland erfindet sich der ländliche Immobilienmarkt gerade neu.
Zu beobachten ist insbesondere:
- die Sanierung traditioneller Dorfhäuser (Stein, Gewölbe, Innenhöfe)
- die Umwandlung landwirtschaftlicher Gebäude in Wohnungen oder charmante Gästehäuser
- die Aufwertung des immateriellen Erbes: lokale Feste, handwerkliches Know-how, Gastronomie
- die Entwicklung des Slow Tourism: längere Aufenthalte, außerhalb der Hochsaison, ausgerichtet auf Natur, Wohlbefinden und lokale Entdeckung
Für einen ausländischen Käufer eröffnet diese Bewegung konkrete Möglichkeiten:
- ein Haus zum Renovieren zu erwerben, um ein maßgeschneidertes Pied‑à‑terre zu schaffen
- ein großes Gebäude in ein Empfangsprojekt zu verwandeln (Gästezimmer, Coliving, Kreativ‑Retreat)
- in ein Dorf mit Zukunft zu investieren, noch erschwinglich, aber bereits im Fokus neugieriger Reisender
In Dörfern wie Bocairent oder Xàtiva eignen sich die großen, für Altbauten typischen Flächen besonders für solche Hybridprojekte: ein Teil Familienwohnsitz, ein Teil Gästezimmer, Atelier oder Remote‑Arbeitsbereich.
Hochsaison‑Boost, aber ein zunehmend sichtbares Leben außerhalb der Saison
Traditionell konzentriert die Hochsaison (Sommer, Schulferien, lange Wochenenden) den Großteil der touristischen Aktivität. Doch in den valencianischen Dörfern zeichnet sich inzwischen eine andere Dynamik ab.
Dank:
- dem Aufschwung der Telearbeit
- der Suche nach Lebensqualität in der Sonne durch Nordeuropäer
- dem Aufschwung des Kultur‑ und Naturtourismus
… gewinnt das Leben außerhalb der Saison an Stärke. Man sieht wieder aufkommen:
- Cafés, die das ganze Jahr geöffnet sind
- Kulturveranstaltungen, die sich über mehrere Monate verteilen
- Dienstleistungen, die auf Dauerbewohner ausgerichtet sind (Gesundheit, Bildung, Mobilität)
Für ein Zweitwohnungsprojekt ist das ein erheblicher Vorteil: Ihr Haus „lebt“ nicht nur zwei Monate im Jahr, und Sie können ein lebendiges Dorf im Herbst oder Winter genießen, mit sanfterer Atmosphäre und weniger Trubel.
In den Provinzen Alicante und Castellón veranschaulichen die Statistiken zu Anfragen ausländischer Käufer diesen Trend zur „Entsaisonalisierung“ sehr gut: Eine vielfältige europäische Kundschaft (Frankreich, Niederlande, Deutschland, Belgien, Schweiz, Vereinigtes Königreich, aber auch Polen, Rumänien oder Algerien) belebt den Markt das ganze Jahr über, mit Zweitwohnungsprojekten, die sich häufig in teilweisen Hauptwohnsitz verwandeln.
Chancen für Dorfhäuser und Zweitwohnsitze
Im Gegensatz zu überfüllten großen Badeorten bleiben viele Dörfer der Comunidad Valenciana finanziell erschwinglich und profitieren gleichzeitig von einer hohen Lebensqualität und einem interessanten Wertsteigerungspotenzial.
Modestes Budget in zurückgezogenen Dörfern
In vielen Dörfern im Hinterland oder leicht abseits der Küste ist es noch möglich, Dorfhäuser zu einem moderaten Quadratmeterpreis zu finden, oft um oder unter 1.600–2.000 €/m², je nach Zustand, genauer Lage und Größe der Immobilie.
Konkret kann dies ermöglichen:
- ein kleines bewohnbares Haus mit einem insgesamt überschaubaren Budget zu kaufen
- in ein großes renovierungsbedürftiges Gebäude zu investieren, das man nach und nach ausbaut
- den Charme (Aussicht, Terrasse, Patio, sichtbares Mauerwerk) der bloßen Wohnfläche vorzuziehen
Die Dörfer, die etwas „zurückgezogen“ von der Küste liegen, aber über eine gute Straße oder einen Regionalbus angebunden sind, bieten oft das beste Gleichgewicht:
- weniger spekulativen Druck als direkt an der Küste
- eine stabilere lokale Gemeinschaft mit Nachbarn, die das ganze Jahr über anwesend sind
- einen vernünftigen Zugang zu Stränden, Gesundheitsdiensten und Großstädten
Vor diesem Hintergrund zeigen die verfügbaren Daten für Peñíscola oder Villajoyosa, dass man dort noch Zwischenlösungen finden kann: weder Einstiegsangebote des Hinterlandes noch Spitzenwerte des sehr hochwertigen Küstensegments, sondern ein „komfortables“ Segment, das Meerblick, Dorfleben und kontrolliertes Budget vereint.
Wertsteigerungspotenzial dank lokaler Revitalisierung
Über den Kaufpreis hinaus ist die Frage des Wertsteigerungspotenzials zentral für ein durchdachtes Projekt.
Mehrere Trends spielen zugunsten der valencianischen Dörfer:
- öffentliche Revitalisierungspolitiken (Renovierungszuschüsse, Aufwertung der historischen Zentren)
- die nach und nach eintreffenden neuen europäischen Bewohner auf der Suche nach Sonne und Telearbeit
- die Aufwertung bestimmter touristischer Angebote (charmante Unterkünfte, Restaurants, Naturaktivitäten)
Konkret äußert sich dies häufig durch:
- neues Interesse an gut gelegenen Häusern (Aussicht, Nähe zum Hauptplatz, Parkzugang)
- eine größere Leichtigkeit, ganzjährig oder saisonal zu vermieten, insbesondere in gut angebundenen Dörfern
- eine mögliche mittelfristige Aufwertung, wenn das Dorf seine positive Dynamik bestätigt
Um die Chancen auf eine gute Wahl zu maximieren, ist es sinnvoll:
- die lokale Vitalität zu beobachten: geöffnete Geschäfte, Schule, Märkte, kommunale Projekte
- die Anbindung zu analysieren: Fahrzeit bis zum Strand, zum Bahnhof oder zum nächsten Flughafen
- sich außerhalb der Saison ein Bild zu machen: im Herbst oder Winter kommen, um die tatsächliche Atmosphäre zu erleben
Die von Green Acres aggregierten Daten zu ausländischen Käufern in Alicante und Castellón bestätigen, dass diese Märkte für unterschiedlichste Budgets attraktiv bleiben – vom kleinen Ferienapartment bis zum Familien‑Dorfhaus – mit einer internationalen Nachfragestruktur, die die Marktliquidität stützt und gleichzeitig Raum für langfristige Projekte lässt.