Die verschiedenen Steuern im Zusammenhang mit Zweitwohnungen in Portugal
1. Die kommunale Grundsteuer (IMI)
IMI ist eine jährliche Steuer, die von Immobilieneigentümern in Portugal gezahlt wird und auf den Steuerwert der Immobilie berechnet wird. Der IMI-Satz variiert je nach Gemeinde und liegt in der Regel zwischen 0,3 % und 0,45 % für städtische Immobilien. Für ländliche Immobilien wird der Satz auf 0,8 % festgelegt. Im Jahr 2024 können die IMI-Werte für Immobilien steigen, die einer dreijährlichen Steuerwertaktualisierung unterliegen.
2. Stempelsteuer (Imposto do Selo)
Beim Erwerb einer Zweitwohnung wird eine Stempelsteuer in Höhe von 0,8 % des Kaufpreises der Immobilie fällig. Darüber hinaus wird für Luxusimmobilien im Wert von mehr als einer Million Euro eine jährliche Stempelsteuer von 1 % erhoben.
3. Kapitalertragssteuer
Wenn Sie sich entscheiden, Ihren Zweitwohnsitz in Portugal zu verkaufen, müssen Sie Kapitalertragssteuer zahlen. Für nicht gewöhnliche Einwohner (NHRs) sind nur 50 % der Kapitalgewinne zu einem Satz von 28 % für natürliche Personen zu versteuern. Personen mit ständigem Wohnsitz in Portugal können von zusätzlichen Befreiungen profitieren, wenn sie in eine andere Immobilie in Portugal reinvestieren.
4. Einkommensteuer (IRS)
Einkünfte aus der Vermietung der Zweitwohnung unterliegen dem IRS. Der Steuersatz beträgt 28 % für Gebietsfremde, während Gebietsansässige nach einer abgestuften Skala von 14,5 % bis 48 % besteuert werden. Hausbesitzer können bestimmte Ausgaben im Zusammenhang mit der Miete, wie z. B. Unterhaltskosten und Hypothekarzinsen, abziehen.
Nicht-gewöhnlicher Einwohner (NHR)
Im Jahr 2024 wurde der Status des nicht gewöhnlichen Einwohners (NHR) in Portugal für neue Einwohner offiziell abgeschafft, was das Ende einer Ära markiert, die seit seiner Einführung im Jahr 2009 andauerte. Diese vorteilhafte Steuerregelung, die zehn Jahre lang ermäßigte Steuersätze und Steuerbefreiungen für ausländische Einkünfte vorsah, steht ab dem 1. Januar 2024 nicht mehr für neue Anwendungen zur Verfügung. Der Status besteht weiterhin für Personen, die bereits davon profitieren.
Eigentums- und Erbschaftssteuer
Die Erbschaftssteuer in Portugal gilt nicht für Ehegatten, Kinder, Eltern und Großeltern, die von der Stempelsteuer von 10% auf Erbschaften befreit sind. Ausländische Einwohner können ein Testament errichten, in dem festgelegt ist, dass das Erbrecht ihres Heimatlandes gilt, was mehr Flexibilität bei der Verteilung ihres Vermögens bieten kann.
Für weitere Informationen zur Erbschaftssteuer auf Immobilien in Portugal für Ausländer, schau dir unseren Artikel hier an!
Fazit
Trotz der jüngsten Steueränderungen bleibt Portugal ein bevorzugtes Ziel für Ausländer, die einen Zweitwohnsitz erwerben möchten. Die aussergewöhnliche Lebensqualität, die erschwinglichen Lebenshaltungskosten und das diversifizierte Immobilienangebot verführen nach wie vor. Obwohl Neuankömmlingen im Jahr 2024 der Status des Non-Habitual Resident (NHR) nicht mehr zur Verfügung steht, bleiben viele Steuervorteile bestehen, die den Kauf von Immobilien in Portugal immer noch attraktiv machen. Ganz gleich, ob Sie dort Ihren Urlaub verbringen, interessante Mieteinnahmen erzielen oder sich auf einen sonnigen Ruhestand vorbereiten möchten, die Investition in einen Zweitwohnsitz in Portugal bleibt eine attraktive und kluge Option. Für ein gründliches Verständnis der steuerlichen Auswirkungen empfiehlt es sich, dass Sie sich mit lokalen Experten beraten, um Ihre Investition zu optimieren.